Die aktuellen Hitzewellen machen einmal mehr sichtbar, vor welchem Problem viele Wiener Spitäler stehen: In zahlreichen Bereichen gibt es keine ausreichenden Möglichkeiten zur Kühlung. Für Patient:innen und Mitarbeiter:innen bedeutet das stundenlanges Schwitzen und eine erhebliche Belastung für Gesundheit und Wohlbefinden.

Unser Teammitglied und Kurienobmann der angestellten Ärzt:innen, Eduardo Maldonado-González, hat zu diesem Thema ein Interview für ServusTV gegeben und dabei auf mehrere konkrete Probleme hingewiesen: Unter der enormen Hitze leidet die Konzentrationsfähigkeit des medizinischen Personals, manche Medikamente sind bei hohen Temperaturen nicht ausreichend geschützt, und teilweise sehen sich Primarii/Primariae sogar dazu gezwungen, Kühlungsgeräte für ihre Mitarbeiter:innen aus eigener Tasche zu finanzieren.

Besonders schwerwiegend sind die Auswirkungen auf vulnerable Patient:innengruppen. Die Hitze im Spital hat in mehreren Fällen bereits zu Hitzschlägen geführt, die eine Verlegung von Patient:innen auf die Intensivstation erforderlich machten. Wenn gleichzeitig die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit des medizinischen Personals unter den Temperaturen leidet, stellt das auch ein relevantes Risiko für die Patient:innensicherheit dar.

Mittlerweile äußern auch Angehörige von Patient:innen ihren Unmut über die Zustände – zurecht, wie wir finden. Dass einzelne Primarii/Primariae aus eigener Tasche für Kühlung sorgen, zeigt, wie dringend die Situation ist. Eine langfristige Lösung kann das jedoch nicht sein.

Wir brauchen nachhaltige Konzepte und müssen jetzt dafür sorgen, dass unsere Spitäler auf den nächsten Sommer und zukünftige Hitzewellen vorbereitet sind.

Uns ist bewusst: Eine flächendeckende Klimatisierung der Spitäler ist eine große Investition und mit erheblichen Kosten verbunden. Aber die Gefährdung der Gesundheit unserer Patient:innen und Mitarbeiter:innen kommt uns langfristig noch teurer. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz – und unsere Spitäler müssen jetzt dafür gerüstet werden.

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